Beschluss des Landesvorstandes Mecklenburg-Vorpommern der Partei DIE LINKE
Zur Wahlkampfstrategie und –kommunikation der LINKEN in Mecklenburg-Vorpommern 2011
I. Es bildet sich eine Aufbruchstimmung heraus
Die Wahlergebnisse (letztlich auch die MECKLENBURG-VORPOMMERN-Umfragen) zeigen bei aller Differenzierung, dass SPD, CDU, FDP und LINKE nicht geringe Probleme haben, während die Grünen von der politischen Stimmung seit der Bundestagswahl 2009 und von der Atomkatastrophe in Japan profitieren.
Die sozialen und friedenspolitischen Themen der Linken bleiben brennend aktuell, nur einen „heißen Herbst“ haben sie nicht entzündet. Sie haben im Gegenteil seit geraumer Zeit eindeutig an öffentlicher Wirkung verloren. Die Erosion hält an, auch wenn die Wirkung der Atomkatastrophe von Fukushima ebenfalls nicht auf diesem Niveau erhalten bleiben wird. Versuche, das durch eine verbale oder politische Radikalisierung aufzufangen, wären politisch falsch und kommunikativ wirkungslos. Die Menschen wollen mit ihren realen Erfahrungen und realen Lösungsmöglichkeiten angesprochen und aktiv in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.
Mecklenburg-Vorpommern ist aber nicht Südwestdeutschland und der September ist nicht der März 2011. Zum einen befinden sich weder SPD noch CDU auf dem Erfolgskurs. Die FDP wird nach gegenwärtiger Lage sogar Gefahr laufen, an der 5-Prozent-Hürde zu scheitern. Zum anderen werden die Grünen zwar sicherlich auch in MECKLENBURG-VORPOMMERN profitieren, ihre soziale und kulturelle Verankerung hier ist aber eher gering und das Atomthema wird am 4. September kaum entscheiden. Vor allem aber hat Mecklenburg-Vorpommern eine starke LINKE, die in Opposition, Regierung, Kommunen, Landkreisen und sozialen und politischen Bewegungen immer wieder ihre Kompetenz und ihr beharrliches Engagement für soziale Gerechtigkeit, zukunftsfähige Wirtschaftsentwicklung, eine erfolgreiche und soziale Bildungspolitik, Bürgerbeteiligung und Demokratie und für einen ökologischen Umbau sowie gegen jede Form von Rechtsextremismus, Rassismus und Nationalismus nachgewiesen hat.
DIE LINKE kann und wird keinen „demoskopischen“ Wahlkampf führen. Er würde ganz und gar nichts Positives bringen. Sie muss ihrem Wahlprogramm, ihrem politischen Profil und ihrer (wesentlich) sozialen und ostdeutschen Rolle für ihre Wählerinnen und Wähler gerecht werden. Grundsätzlich haben wir im Wahlprogramm die richtigen Themen, die richtigen Forderungen und die richtige Hierarchie der Themen. Wir sind einem konsequenten Realismus unserer Politik verpflichtet. Diese Pflicht zum Realismus und zu Realpolitik bedeutet aber nicht unser sozialistisches Profil, unsere weitreichende Alternativität oder unsere langfristigen Visionen einer Gesellschaft, die soziale Spaltung und die Vormacht der Banken und Konzerne überwindet, zu verleugnen.
Der Wahlkampf der LINKEN muss ehrlich sein, ohne Trickserei. Er muss es schaffen, die Menschen in MECKLENBURG-VORPOMMERN bei ihren realen Probleme, Wünschen und Realisierungserwartungen zu packen.
Die derzeitigen politischen Bedingungen und die wahrgenommene Rolle der LINKEN in MECKLENBURG-VORPOMMERN verlangen von uns eine realistische Einschätzung des gegenwärtig möglichen Wahlergebnisses und geben uns Anlass zu der Zuversicht, unser Wahlergebnis gegenüber 2006 deutlich zu steigern. Wir werden die innerparteilichen Voraussetzungen schaffen und einen Wahlkampf führen, mit dem wir 20 Prozent plus X bei der Landtagswahl 2011 erreichen können.
Unsere Wählerinnen und Wähler werden nicht durch allgemeine politische Stimmungen mobilisiert werden. Entscheidend wird sein, ob wir zu einem Wahlkampf fähig sind, der sie mobilisiert.
Die LINKE in Mecklenburg-Vorpommern stellt in diesem Zusammenhang vor allem fest, dass die aktuellen Wahlergebnisse wie andere reale Entwicklungen daraufhin deuten, dass sich eine positive Veränderung der Stimmung und Erwartung vieler Menschen vor allem in einer Frage zeigt: Sie wollen stärker an gesellschaftliche Entscheidungen auf allen Ebenen beteiligt werden. DIE LINKE unterstützt diese Aufbruchstimmung und wird in ihrem Wahlprogramm, in ihrem Wahlkampf und in ihrer Politik alles tun, damit Bürgerinnen und Bürger in dieser politischen Zuversicht ermutigt werden und in den Kommunen, im Land, in der Bundesrepublik und in der EU größere, direktere und reale Mitentscheidungsmöglichkeiten über die sie betreffenden Angelegenheiten erhalten. Alle anderen Parteien haben ihre Regierungspolitik in der Vergangenheit und Gegenwart immer wieder mit dem Unwort der „Alternativlosigkeit“ begründet. Diesem politischen Pessimismus, dieser Unwahrheit setzen wir unseren Optimismus entgegen: Es gibt gute Alternativen.
II. Grundsätze unserer Wahlstrategie
- Wir wollen eine andere, eine bessere Politik in MECKLENBURG-VORPOMMERN und im Bund, sozialer, demokratischer, mit viel mehr Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in allen Angelegenheiten, mit wirksamerer und zukunftsorientierter Wirtschaftspolitik, mit besserer und sozialerer Bildungspolitik, mit einem weitreichenden und umfassenden ökologischen Umbau.
- Deshalb wollen wir einen Regierungswechsel, die Ablösung der CDU in Mecklenburg-Vorpommern und damit auch einen Beitrag zu besseren Bedingungen für eine andere Politik im Bund.
- Die Politik der CDU ist das Haupthindernis für eine sozialere, demokratischere und ökologischere Politik in MECKLENBURG-VORPOMMERN.
- Die SPD ist im Bündnis mit der CDU nicht zu den erforderlichen Veränderungen in der Lage.
- Die SPD ist Wahlgegner und Konkurrent, die Auseinandersetzung mit ihrer Politik im Land und im Bund ist wichtiger Bestandteil des Wahlkampfes, wird aber so geführt, dass zum einen die CDU als Hauptgegner deutlich wird und die potenziellen Gemeinsamkeiten mit der SPD nicht verwischt werden.
- Wir streben möglichst eine politisch-inhaltlich alternative Stimmung zugunsten einer rot-roten Regierung an.
- Wir wollen eine rot-rote Regierung in Mecklenburg-Vorpommern, das aber heißt für unsvor allem: Wir wollen eine bessere und sozialere Politik für unsere Land, für die Menschen in MECKLENBURG-VORPOMMERN.
- Wichtigste Voraussetzung dafür ist daher eine kritischere Haltung der SPD zur Hartz-IV-Politik, die sozial spaltet und für ein Land wie MECKLENBURG-VORPOMMERN sich in besonders starkem Maße als Armutsrisiko, Druck auf die Löhne und wirtschaftsfeindlich erwiesen hat.
- Für eine rot-rote Regierung und eine veränderte Politik der SPD ist eine Stärkung der LINKEN erforderlich.
- Wir stellen den Wählerinnen und Wählern die Fragen zur Entscheidung,
ob sie
· eine rot-schwarze Sozialpolitik wollen, die die Armut und soziale Ausgrenzung in Mecklenburg-Vorpommern nicht zu bekämpfen vermag oder eine Sozialpolitik mit uns, die alles unternehmen wird, diese Situation in MECKLENBURG-VORPOMMERN und gegenüber der Bundespolitik zu ändern;
· eine rot-schwarze Vergabepolitik öffentlicher Aufträge ohne gesicherten, menschenwürdigen Mindestlohn oder mit uns eine Landesvergabegesetz mit Mindestlohn und Tarifpflicht wollen;
· eine rot-schwarze Wirtschaftspolitik ohne nachhaltige und soziale Effektivität oder mit uns eine Wirtschaftspolitik wollen, die auf Innovation und die Stärkung moderner, zukunftsorientierter Unternehmen und Arbeitsplätze und ihre soziale Qualität gerichtet ist;
· rot-schwarze beschäftigungspolitische Passivität oder einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor wollen;
· eine rot-schwarze Bildungspolitik wollen, die soziale Bildungsnachteile verstetigt, Schüler, Lehrer und Eltern nicht ausreichend an den Entscheidungen beteiligt, die finanzielle Unsicherheit der Schulen nicht löst, oder mit uns eine gute Schule für alle, mehr soziale Chancengleichheit und Beteiligung bedeuten wird;
· eine rot-schwarze Landesregierung wollen, die nicht fähig ist, der Spekulation mit landwirtschaftlichen Flächen entgegenzutreten, oder mit uns den Erwerb der bundeseigenen Flächen durch das Land fordern wird, um damit die Spekulation zu begrenzen und eine wirksamere Förderung von Strukturpolitik im ländlichen Raum sowie beschäftigungspolitischer und ökologischer Landwirtschaft zu ermöglichen;
· rot-schwarze Politik über die Köpfe der Menschen hinweg oder mit uns ihre ehrliche Beteiligung an allen kommunalen und landespolitischen Angelegenheiten, an Bildungs-, Kultur-, Energie- und Strukturpolitik wollen.
- Mit uns kann die SPD sozial sein, ohne uns eine Gefangene der CDU-Politik im Land und im Bund.
- Wir sind eine der drei großen Parteien im Land und wollen regieren; wir haben nachgewiesen, dass wir eine gute, zuverlässige und soziale Oppositions- wie Regierungs- und Kommunalpartei sind und außerparlamentarische Bewegung mittragen.
- Wir stellen unsere Alternativen zum ökologischen Umbau der Gesellschaft dar und zeigen zugleich, dass das Soziale und das Ökologische untrennbar miteinander verbunden sind.
Unser Wirken hin zu einer Energiewende in MECKLENBURG-VORPOMMERN, maßgeblich initiert durch unseren damaligen Umweltminister Wolfgang Methling, wurde durch die Koallition aus SPD/CDU seit 2006 abgebrochen.
- Wir kommunizieren unsere Ziele maßgeblich über unseren Spitzenkandidaten Helmut Holter, dessen politische, soziale und fachliche Kompetenz weit anerkannt ist.
- Wir haben Persönlichkeiten in der Landespolitik, in der Kreisen und Kommunen, die unseren politischen Anspruch und unsere Ziele überzeugend vertreten.
- Wir werden alles tun, um den Wiedereinzug der neofaschistischen NPD in den Landtag zu verhindern und sind dazu zur Zusammenarbeit und Abstimmung mit den anderen demokratischen Parteien bereit.
- Unser Wahlkampf wird als Einheit von Landtagswahlkampf, Kommunalwahlkampf, Kampf um die Landräte sowie als politischer Kampf um eine andere Bundespolitik geführt.
3. Kommunikationsüberlegungen
- Wir wollen einen Politikwechsel in MECKLENBURG-VORPOMMERN für soziale, demokratische, bildungspolitische und ökologische Alternativen. Sie sind möglich. Sie sind notwendig, damit alle Menschen in unserem Land eine menschenwürdige Perspektive erhalten und die großen Potenziale MECKLENBURG-VORPOMMERNS besser genutzt werden. MECKLENBURG-VORPOMMERN kann und soll mit der Landtags- und den Kommunal- und Landratswahlen auch ein Signal geben und einen Beitrag leisten, damit die unsoziale, länder- und kommunenfeindliche Politik der CDU/CSU und FDP in Berlin auf wirksameren Widerstand stößt und abgelöst werden kann. Solche Alternativen haben wir. Realistisch, realisierbar, finanzierbar, glaubwürdig, verlässlich. Wir haben sie im Landtag und unserer gesamten Politik schon bisher vertreten und in unserem Wahlprogramm formuliert. DIE LINKE ist die Partei der Alternative.
Praktisch: DIE LINKE geht selbstbewusst in die Wahlkämpfe. Sie stellt ihre Inhalte in den Mittelpunkt der Kampagne. Sie ist eine der drei großen Parteien in MECKLENBURG-VORPOMMERN. Sie hat mit Helmut Holter einen ministerpräsidentiablen Kandidaten.
- Es gibt gegenwärtig keine politische Wechselstimmung in Mecklenburg-Vorpommern, aber es gibt eine im Bund, auch wenn sie sich primär in der Schwäche der FDP und der Stärke der Grünen zeigt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist die Ablehnung der Bundespolitik und die Zustimmung zu deutlichen Alternativen mehrheitsfähig. Wie im Wahlprogramm werden wir das auch im Wahlkampf, wo immer möglich landespolitisch gebrochen oder mit landespolitischen Argumenten/Beispielen untersetzt, intensiv nutzen.
Praktisch: a)Nur die Stimmen für DIE LINKE sind Stimmen gegen Hartz IV, gegen die Agendapolitik, gegen die Banken- und Konzernlobby in Berlin, für wirkliche Alternativen. b) Ein Regierungswechsel in MECKLENBURG-VORPOMMERN ist möglich (die entsprechenden Wahlergebnisse dafür wahrscheinlich), vorausgesetzt, dass DIE LINKE und die SPD Rot-Rot wollen.
- Deshalb wollen wir auch den Regierungswechsel in MECKLENBURG-VORPOMMERN, insbesondere die Ablösung der CDU. Die gegenwärtige Regierung nutzt die großen Chancen des Landes nicht ausreichend und gibt den Menschen im Land keine gerechten Chancen für alle.
Praktisch: Wir konkurrieren vom Wählerpotenzial her unvermeidlich stark mit der SPD. Wir werden vor allem die bundespolitische Verantwortung der SPD und der Grünen für die sozial ausgrenzende Agenda-2010-Politik deutlich machen, die in einem strukturell besonders benachteiligten Land wie MECKLENBURG-VORPOMMERN auch besonders scharfe soziale Folgen hat (Armut, Niedriglohnsektor, Arbeitslosigkeit, kommunale Finanznöte). Darüber hinaus haben die von SPD, Grünen, CDU/CSU und FDP durchgesetzten Sozial- und Föderalismusbeschlüsse auch die demokratische, soziale und finanzielle Handlungsfreiheit der Länder und Kommunen weiter eingeschränkt. Unser Hauptgegner jedoch ist eindeutig die CDU in Bund und Land. Ein Wahlkampf, der die Realisierbarkeit von sozialen, wirtschafts-, energie-, bildungspolitischen und demokratischen Alternativen aufzeigt kann zwischen LINKER und SPD kein Nullsummenspiel und stattdessen eine win-win-Situation sowie die Mobilisierung potenzieller Nichtwähler bedeuten. Die wahlprogrammatische Hinwendung der SPD zu sozialerer Politik wird daher von uns zwar an der bisherigen Praxis kritisiert, aber nicht denunziert, sondern genutzt.
- Grob gerechnet dürfte jeder zweite Wähler in MECKLENBURG-VORPOMMERN seit 1990 irgendwann schon einmal bei Bundestags-, Landtags- oder Kommunalwahlen DIE LINKE gewählt haben und keine grundsätzliche Barriere gegen LINKSwählen haben. Unser Wählerpotenzial ist folglich weitaus größer als die kürzlich gemessenen 15 oder 17 Prozent. Vor allem liegt unser bundes- und unser kommunalpolitisches Wählerpotenzial über den erreichten Landtagsergebnissen. Die Erosion allerdings ist real und die landtagswahlpolitische Mobilisierungsfähigkeit erfahrungsgemäß eingeschränkt. Doch es gibt nicht geringe Möglichkeiten der LINKEN.
Praktisch: DIE LINKE muss erstens und vor allem einen Mobilisierungswahlkampf führen. Zweitens muss die Linke über reale, praktizierbare Projekte Wahlkampf führen. Das Kriterium von Realismus und Praktizierbarkeit ist nicht unsere eigene Überzeugung, sondern die Erfahrung der Menschen in MECKLENBURG-VORPOMMERN.
Das bedeutet: Inhaltlichkeit und eindeutige Klarheit der Inhalte; Personalisierung der Inhalte so stark wie möglich über Helmut Holter (und über andere bekannte Kandidaten, insbesondere die Landratskandidatinnen und -kandidaten); Konzentration auf wenige mobilisierende Themen; eine drängende, werbende und emotionale Diktion; Konzentration der Wahlkampfmittel; wenn irgend möglich spektakuläre, thematisch bezogene Aktionen; gute zeitliche Dramaturgie: intensive Nutzung der Vorkampfwahlzeit, äußerst intensiver Wahlkampf im August mit möglichst höchster Steigerung in den letzten Tagen. Die Möglichkeiten der Landrats- und Kreiswahlen müssen effektiv mit dem Landtagswahlkampf verbunden werden.
- Unsere Politik hat viele Gesichter, und sie hat ein Gesicht: Wir treten mit Helmut Holter als Spitzen- und Ministerpräsidentenkandidaten an. Das ist nicht nur unser Parteitagsbeschluss vom April 2010. Es ist vor allem: Holter steht für soziale und fachliche Kompetenz, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit. Er ist landesweit bekannt und anerkannt.
Praktisch: Wir führen einen zutiefst inhaltlichen Wahlkampf. Für unsere Ziele, unsere Alternativen, für die Menschen. Unsere Inhalte verbinden wir im gesamten Wahlkampf und der Kommunikation in den Monaten davor in starkem Maße mit der Person Helmut Holter.
- Zunächst kämpfen wir für uns, für unsere Ziele (die die vieler Menschen sind), unsere Kandidatinnen und Kandidaten. In zweiter Linie kämpfen wir für die Ablösung der CDU auch in MECKLENBURG-VORPOMMERN.
Praktisch: Unser Wahlziel Rot-Rot kann die CDU wirksam treffen. Holter greift die CDU für eine uneffektive Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik an. DIE LINKE erhebt den Anspruch, erstmalig in Deutschland das Kultusministerium zu erhalten. Die Bildungspolitik seit 1990 in MECKLENBURG-VORPOMMERN verlangt endlich ein anderes Herangehen als von SPD und vor allem CDU praktiziert.
- Meinungs- und Wahlforschung zeigen, dass DIE LINKE die richtigen Themen und Schwerpunkte (auch im Wahlprogrammentwurf) hat. Sie wird durch die Wählerinnen und Wähler mit diesen Themen in MECKLENBURG-VORPOMMERN jedoch viel zu wenig verbunden. Wahlkampf im allgemeinen, ein inhaltlicher im besonderen, sowie das wahrgenommene Erscheinungsbild der LINKEN und die aktuelle politische und Kommunikationssituation in MECKLENBURG-VORPOMMERN verlangen äußerste Konzentration unseres Wahlkampfes auf jene Themen, mit denen DIE LINKE bundes- und landespolitisch positiv verbunden werden, die unserem Profil entscheidend entsprechen und am wirkungsvollsten kommuniziert werden können. Diese Themen haben primär eine bundes- und gesellschaftspolitische Dimension, aber erstens betreffen sie unter den Bedingungen der bisherigen Politik ein Land wie MECKLENBURG-VORPOMMERN besonders negativ, zweitens sind sie bei allem landespolitischen, rechtlichen und finanziellen Realismus auch landespolitisch aufgreifbar.
Praktisch: Wir haben in der Politik des Landesverbandes und der Fraktion praktisch alle relevanten Themen der Bundes- und Landespolitik beharrlich und vielfältig aufgegriffen. Darauf können wir immer zurückgreifen. Im Wahlkampf und in der Wahlwerbung jedoch konzentrieren wir alle Kraft und Mittel auf folgende Schwerpunkte:
Erstens: Mit unseren wirtschafts-, beschäftigungs- und sozialpolitischen Positionen haben wir wirkungsvolle Alternativen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Förderung einer zukunftsfähigen Wirtschaftsstruktur des Landes. Wir sind die Partei der sozialen Gerechtigkeit, die Partei, die gegen die Agendapolitik der anderen Parteien kämpfte und kämpft, die Partei, die Ökonomie, Ökologie und Soziales als Einheit betrachtet und deshalb die besseren wirtschaftlichen Konzepte hat.
Im Mittelpunkt stehen unsere Schlüsselvorhaben:
Fonds für sozial-ökologische Innovationen, ÖBS, Vorrang für Erneuerbare Energien-mit uns menschenwürdige Arbeitsplätze.
Zweitens: Wir wollen die Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen und bei wichtigen Projekten deutlich verstärken.
Im Mittelpunkt stehen unsere Schlüsselvorhaben: Mindestfinanzausstattung der Kommunen; Beteiligung an Projekten zu erneuerbaren Energien; Recht auf Wohnen in die Landesverfassung: Mit uns starke Kommunen.
Drittens: Wir wollen eine gute Schule für alle. Unsere Ziele werden wir weiter verfolgen: längeres gemeinsames Lernen, soziale Bildung, bessere vorschulische Bildung und Erziehung. Wir wollen die Planungs- und finanzielle Unsicherheit für die Schulen überwinden.
Im Mittelpunkt stehen unsere Schlüsselvorhaben: Klare und verlässliche, rechtliche, finanzielle und personelle Regelungen für die „Selbstständige Schule“; kostenloses Mittagessen an den Grundschulen. Wir werden nicht hinnehmen, dass die gesetzlichen Bedingungen von SPD, Grünen, CDU/CSU und FDP bedeuten würden, diese Leistungen bei Hartz-IV-Empfängern abzuziehen: Mit uns eine gute Schule für alle.
Viertens: Wir wollen gleiche und gute Lebensbedingungen für alle Menschen. Wir wollen insbesondere, dass der ländliche Raum weder von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt wird noch zum bloßen Wohn- und Freizeitraum wird. Wir wollen eine moderne Landwirtschaft und Ernährungsgüterwirtschaft mit guten Arbeitsplätzen. Wir widersetzen uns der zunehmenden und für eine nachhaltige Landwirtschaft und den ländlichen Raum bedrohlichen zunehmenden Spekulation mit landwirtschaftlichen Flächen.
Im Mittelpunkt steht unsereSchlüsselvorhaben: Übernahme ehemals volkseigener Flächen aus Bundes- in Landesbesitz, um Bodenspekulation zu bekämpfen und durch das Land Einfluss auf die Struktur- und Landwirtschaftsentwicklung nehmen zu können; zivile Nutzung der Prignitz-Ruppiner Heide: Mit uns ländliche Strukturpolitik. Mit uns keine Bodenspekulation.
- Unser Wahlkampf ist so weit wie möglich eine einheitliche Kampagne aller drei Wahlen: zum Landtag, zu den Landräten, zu den Kreistagen.
Praktisch: Wir brauchen so weit wie möglich ein einheitliches inhaltliches und werberisches Erscheinungsbild, verabredete Konzentration, keine Verzettelung durch persönliche und kreisliche Eitelkeit, keine Papierflut, landesweit drei, vier Inhalte und Holter, dazu gemeinsame Nutzung (u.a. in der Wahlzeitung, Medienarbeit, gesamten Kommunikation, Veranstaltungen) unserer populärsten Landtags- und Landratskandidatinnen, -kandidaten. Zentrales Werbemittel dieser Verbindung wird die Wahlzeitung.
- Ein Wahlkampf für Inhalte und für die Menschen in MECKLENBURG-VORPOMMERN verlangt eine entsprechende Kultur. Ideologische Grabenkämpfe, persönliche Machtkämpfe, Zersplitterung, Egoismus sind für den gesamten Wahlkampf und für seine Einzelergebnisse alles andere als förderlich.
Praktisch: Rasche und verbindliche Einbeziehung wichtigerAkteure und Multiplikatoren in ein solches Vorgehen, strategische Vorbereitung des Parteitages und der Vertreterkonferenz, ständige gemeinsame Abstimmung, schnelle und klare Ausrichtung der gesamten Partei auf Wahlkampf, Wahlkampf, Wahlkampf. In allen Großregionen werden im April Beratungen mit den Akteuren organisiert werden und vor Beginn des heißen Wahlkampfes wiederholt werden.
MECKLENBURG-VORPOMMERN ist ein reiches Land: reich durch seine Menschen, seine Kultur, Geschichte, seine Landschaften und Natur, seine Bildungseinrichtungen. MECKLENBURG-VORPOMMERN ist auch reich an sozialen und wirtschaftlichen Problemen, demographische und finanzielle Schwierigkeiten. MECKLENBURG-VORPOMMERN ist auch reich an alternativen Möglichkeiten. Wir haben die Zuversicht, dass sie genutzt werden können und leisten unseren Beitrag dazu.
