Regierung Merz muss bei Rentenplänen Gesundheit der Beschäftigten im Blick haben
Zum aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Arbeiten ab 50“ erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer und gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:
„Die Zahlen des DAK-Gesundheitsreports 'Arbeiten ab 50' sprechen eine deutliche Sprache: Fast die Hälfte der Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern (47 Prozent M-V/bundesweit 44 Prozent) möchte früher in Rente gehen. Nur 31 Prozent (bundesweit 35 Prozent) möchten bis zum Erreichen des Eintrittsalters in die gesetzliche Rente arbeiten. 18 Prozent der Beschäftigten in M-V können sich aber auch vorstellen, darüber hinaus zu arbeiten. Bei einem schlechteren Gesundheitszustand planen verständlicherweise deutlich mehr Beschäftigte den früheren Renteneintritt.
Zwar sind die älteren Beschäftigten seltener krank (ab 50 Jahre: 180 Krankschreibungen M-V, 165 bundesweit; unter 50 Jahre: 235:213), aber die Dauer der Krankmeldung nimmt zu (über 50 Jahre: 17,7 Tage M-V; 16,3 Tage bundesweit; unter 50 Jahre: 8,9:8,2).
Dass die Krankschreibungen in M-V höher liegen als im Bundesdurchschnitt, muss uns Anlass sein, die Ursachen zu ergründen, die Entwicklung zu betrachten und die gesundheitspolitischen Maßnahmen des Landes zu evaluieren. Auch müssen die Folgen des Wandels der Arbeit und die Zunahme zum Beispiel von psychischen Erkrankungen in der Perspektive betrachtet werden. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters würde in vielen Bereichen zu mehr Langzeiterkrankten und Erwerbsunfähigkeitsrenten führen, was weder den Unternehmen noch der Gemeinschaft nutzt.
Unabhängig davon, welche Ergebnisse die Evaluierung für M-V erbringt, muss die Merz-Regierung den aktuellen Befund der DAK bei ihren Rentenplänen berücksichtigen. Eine vollständige Umsetzung aller 33 Vorschläge der Rentenkommission, wie von Merz schon angekündigt, ist kontraproduktiv und abzulehnen. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters ebenfalls.“
