Skip to main content

Moorschutz braucht Fachkräfte: MV gibt den Takt für die gemeinsame Ausbildung vor

Zum Start des zweiten Jahrgangs am Institut zur Ausbildung von Moorspezialist:innen und zur Beteiligung Niedersachsens erklärt der klimaschutzpolitische Sprecher der Linksfraktion, Dr. Daniel Trepsdorf:

„Das Programm trifft einen wunden Punkt. Beim natürlichen Klimaschutz fehlt es nicht an Aufgaben, sondern vielerorts an Leuten, die Moorprojekte planen, genehmigungsfest vorbereiten und praktisch umsetzen können. Genau hier setzt die gemeinsame Qualifizierung an. Auf den ersten Jahrgang folgen nun weitere Qualifizierungsplätze in Mecklenburg-Vorpommern und in Niedersachsen. Damit wird dem Fachkräftemangel wirksam entgegengewirkt.

Auch für die Umsetzung und fachliche Untersetzung des Monitorings der Sektorenziele im Klimaverträglichkeitsgesetz brauchen wir solche Expert:innen. Ihre Bedeutung für den Umwelt- und Klimaschutz der kommenden Jahre ist kaum zu überschätzen. Es ist gut, dass wir hoch spezialisierte Fachkräfte in Mecklenburg-Vorpommern ausbilden und für unser Land gewinnen. Das "Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie MV (LUNG)" übernimmt dabei mit dem "Institut zur Ausbildung von Moorspezialisten (IMS)" eine zentrale Rolle.

Moorschutz ist für Mecklenburg-Vorpommern weit mehr als Naturschutz. Es geht um Klimapolitik, Wasserrückhalt, biologische Vielfalt, regionale Wertschöpfung, Landnutzung und einen fairen Ausgleich mit den Menschen, die auf diesen Flächen wirtschaften. Mit der Universität Greifswald und der im Greifswald Moor Centrum gebündelten Expertise hat die Ausbildung ein starkes wissenschaftliches Fundament. Zudem haben wiedervernässte Moore eine positive Wirkung auf den großflächigen Brandschutz. Denn auch der Sommer 2026 zeigt in MV und andernorts:  Mit häufiger auftretenden Hitze- und Dürreperioden steigt auch die Gefahr, dass Vegetations- und Waldbrände auf entwässerte Moorböden übergreifen. Ausgetrockneter Torf kann tief im Boden über Wochen oder sogar Monate schwelen, lässt sich nur schwer löschen und setzt dabei große Mengen des über Jahrhunderte gespeicherten Kohlenstoffs sowie gesundheitsschädliche Rauchpartikel frei. Eine funktionierende Wiedervernässung hält den Wasserstand hoch und den Torf feucht; damit sinken Entflammbarkeit, mögliche Brandtiefe und die Gefahr lang anhaltender Schwelbrände deutlich.

Der Schritt der Ausbildungspartnerschaft mit Niedersachsen zeigt, dass aus dem Modell ein bundesweites Netzwerk werden kann. Der Modellcharakter darf am Ende aber nicht zur Befristungsfalle werden. Bund und Länder müssen gemeinsame Standards sichern, die Ausbildung über 2031 hinaus verlässlich finanzieren und dafür sorgen, dass die Absolvent:innen anschließend gute Stellen und konkrete Projekte vorfinden. Erst dann wird aus formalem theoretischem Wissen wirksamer Moorschutz für die Praxis."

Zurück zum Kopf der Seite