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Bundesregierung muss Leseförderung weiterentwickeln, statt sie zu streichen

Nach Angaben der Stiftung Lesen soll auch das Bundesprogramm „Lesestart 1-2-3“ den Kürzungsplänen der Bundesregierung zum Opfer fallen. Dazu erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin

„Nach 15 Jahren erfolgreicher Umsetzung soll ab 2027 auch das Bundesprogramm ‚Lesestart 1-2-3‘, das in Kinderarztpraxen und Bibliotheken umgesetzt wird und das Familien nachhaltig hilft, mehr vorzulesen, den Kürzungsplänen der Bundesregierung zum Opfer fallen. 

Trotz zunehmender Bildungsungleichheit würde ein wichtiger und leichter Zugang für Familien zu Lesematerialien verloren gehen. Die U-Untersuchungen beim Kinderarzt sind der ideale Ansatz, den Eltern niedrigschwellig Impulse für das Vorlesen zuhause mit auf den Weg zu geben und Kleinkinder für Bücher zu interessieren.

Dies ist ums so wichtiger, denn Untersuchungen zeigen – unter anderem wegen früher und häufiger Bildschirmkontakte bei Kindern – Probleme bei der Aussprache und Sprachkompetenz und demzufolge einen steigenden Bedarf an Frühförderung und Logopädie. Mittel- und langfristig sind schulische Probleme vorprogrammiert. Vorlesen dagegen fördert die Aufnahmefähigkeit und das Lernen insgesamt.

Familien brauchen mehr statt weniger Unterstützung. Wenn die Bundesregierung Probleme bei der Umsetzung sieht, dann darf das Programm nicht gestrichen, sondern muss den Bedarfen entsprechend ausgebaut und weiterentwickelt werden. 

Völlig absurd wird die Streichung der Lese- und Sprachförderung, wenn CDU-Bundesbildungsministerin Prien gleichzeitig mit einem neuen Kita-Gesetz einen verpflichtenden Sprachtest für alle Vierjährigen einführen will: Erst streicht sie die Sprachförderung, um zwei Jahre später mangelnde Sprachkompetenzen festzustellen.“

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